casimodo
Es bleibt spannend…


Wer hätte vermutet, dass bei gerade mal 29 Followern auf Twitter jemand meine Aussagen von Tumblr mitbekommt? Dazu sei gesagt, dass ich bei Tumblr-Postings automatisch den Eintrag mittwittere, da vergisst man das selbst schon mal schnell.

Erst einmal möchte ich mich noch mal bei zeitkasten und derspringendepunkt bedanken, die beide selbst noch mal bei sich auf die Thematik eingegangen sind. Ihre Beiträge sind hier zu finden: zeitkasten, derspringendepunkt

Ich gestehe, dass die beiden scheinbar wesentlich tiefer in der Thematik stecken, als meinereiner. Da sind Gedankensprünge drin, auf die ich im ersten Moment nie gekommen wäre. Zum Beispiel bei zeitkasten mit den Sätzen

“…Umkehrschluss die Frauen, welche als Werkzeug fungieren, um eine höhere berufliche Position zu erhalten”.

oder

“Der ewige Mythos, dass Frauen den Spieß umdrehen wollen und Männer diskriminieren ist leider ein Griff in die Mottenkiste.”

Hmmm… Mythos oder in geringen Einzelfällen Wahrheit - wer kann das schon mit einer fälschungssicheren Statistik beweisen? Extreme gibt es in allen Richtungen und Randgruppen. Diese dann dafür über einen Kamm scheren zu wollen, ist natürlich dann der falsche Ansatz. Daher möchte ich mich auch noch davon distanzieren, dass ALLE emanzipierten Frauen den Spieß umdrehen wollen. Hab ich so nie geschrieben und entspricht auch nicht meiner derzeitigen Auffassung. Aber das hat wiederum zeitkasten ja auch nicht behauptet.

Auch die anfängliche Frage, ob ich mit meiner Einleitung Verständnis für die Situation erzeugen möchte, ist natürlich ein bisschen provokativ - allerdings nicht unbedingt von der Hand zu weisen. Ich denke mal, unbewusst hat das schon mit hinein gespielt. Da bin ich mir mit zeitkasten und derspringendepunkt einig. :-)

derspringendepunkt hat auch einen Absatz, den ich erst zwei mal lesen musste:

ich glaube dein spruch ist nicht nur männer gegenüber diskrimierend (“er kann fachlich nichts, nur durch einsatz seiner körperlichen attribute kann er sein ziel erreichen”), sondern auch frauen (“sie kann fachliche qualifikation und sexuelles nicht auseinander halten, sie nutzt ihre machtposition aus”). darüber hinaus ist es eine umkehrung, der verbreiteten vorstellung frauen würden sich hochschlafen um etwas zu erreichen, oft mit der annahme verbunden, sie wären selber zu dumm für einen karriereaufstieg. die umkehrung wäre vielleicht als persiflage interessant um die aussage zu karikieren, aber in diesem falle war die intension nicht auf aufdecken von sexistischen klischees, sondern eben eine bestätigung durch die umkehrung.
darüber hinaus gäbe es natürlich auch die möglichkeit, dass männer sich bei männern nach oben schlafen (heteronormativität als stichwort).


Ich stelle fest, dass es Menschen gibt, die in dieser Hinsicht wesentlich komplizierter denken, als ich. Leute, mit denen ich seit gestern über das Thema gesprochen habe, neigten oft auch zu der Aussage “man kann es auch übertreiben”. Interessanterweise fanden gerade die Frauen die Ursprungsaussage als nicht so wild und den Wirbel, der dadurch erzeugt wurde, unangemessen.

Wichtig sind aber für mich zwei Fragen, die ich mir selbst stelle:

Was wollte ich damit ausdrücken?

Wie kommt es an, bzw. wer kann die Aussage für seine Zwecke “missbrauchen”?

Kurzfristig gesehen, war es einfach nur ein Spruch (das lasse ich jetzt mal so stehen, ohne noch mal darauf einzugehen, ob es die Sache entschuldbar macht, sexistische Kackscheisse ist oder nicht).
Langfristig gesehen kommt es unterschiedlich an. Wie ich bereits sagte, waren komischerweise eher die Frauen der Meinung, alles sei halb so wild, man solle sich nicht so anstellen, ist doch nur Spass, etc. - auch das will ich jetzt nicht bewerten, geschweige denn diese Meinungen als Entschuldigung/Vertretung für das Ausgangsposting verwenden. Schlecht sind jedenfalls die Langzeitfolgen, wenn jemand sich meinen Spruch “kapert” und in seiner eigenen Einstellung tatsächlich sexistisch ist und ich ihm und seiner Meinung damit zugespielt habe. Dann ist das natürlich schlecht und nicht bedacht gewesen.

Interessanterweise ist die Erwähnung der Frauenquote auch schnell falsch zu verstehen gewesen und kann schnell aus dem Kontext gerissen werden.

So nun geschehen bei Twitter:


Wer den oberen Tweet so liest, ohne auf den Link zu klicken, könnte tatsächlich glauben, dass ich das so meine.

Der Hintergrund, dass ich mir eine Welt ohne die Notwendigkeit einer Frauenquote wünsche, bleibt bei 140 Zeichen unerwähnt. Auch hier stimme ich zeitkasten und derspringendepunkt zu, dass beim momentanen Status Quo eine Frauenquote leider als Übergangsinstrument nötig ist. Vielleicht ja irgendwann nicht mehr, aber bis dahin gibt es keine bessere Patentlösung.

Jedenfalls ist es schade, dass beim geschriebenen Wort schnell Sätze aus dem Zusammenhang gerissen sind und man Menschen bestimmte Dinge in den Mund legen kann.

Um noch mal auf die Frage von @sanczny und @enoerlee am Anfang zurück zu kommen: “erklärt mir mal, was an einem witz über sich hochschlafende männer sexistisch ist.”

Sexismus ist nicht im Speziellen gegen Frauen oder Männer gerichtet. Er ist geschlechterunabhängig und sowohl die weiteren Ausführungen von zeitkasten, als auch von derspringendepunkt haben Gedankengänge aufgezeigt, inwiefern dieser “Witz” durchaus sexistischer Natur war. Das allerdings bei Twitter in 140 Zeichen zu pressen, war mir irgendwie unmöglich. Deswegen werde ich diesen Beitrag hier anschliessend noch bei Twitter an die beiden verlinken. Ich hoffe einfach mal, dass sie die Muße haben, sich das alles durchzulesen.


So - und jetzt ist auch mal gut und ich gehe wieder zur Tagesordnung über! :D

  1. derspringendepunkt hat diesen Eintrag von casimodo gerebloggt und das hinzugefügt:
    ich möchte das thema jetzt nicht ewig breit treten, aber einen punkt noch ansprechen, der mir beim lesen ziemlich ins...
  2. von casimodo gepostet
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