…auf den der Artikel, welchen ich eben reblogged habe, teilweise zutrifft. Sein Gehirn war als Kind kurzfristig Sauerstoff-unterversorgt, was dazu führte, dass er für alles, was uns Selbstverständlich ist, ein bisschen länger braucht. Selbstständig wird er wohl niemals wohnen können, ist dauerhaft darauf angewiesen, dass es Leute gibt, die sich um ihn kümmern.
Sein Handicap hat ihn hochsensibel gemacht. Ungeplante Ereignisse können ihn total durcheinander bringen, ein geregelter Tagesablauf ist daher unheimlich wichtig. Doch was man schnell als Nachteil bezeichnet, ist meiner Meinung nach für ihn auch ein grosser Vorteil uns gegenüber.
Zu sehen, wie er sich über kleine Dinge des Alltages freuen kann, dass er vieles nicht als selbstverständlich hin nimmt, stets offen zeigt, wie er sich fühlt und was ihn bewegt, macht ihn zu einer sehr starken Persönlichkeit. Man sieht ihm sofort an, wenn er glücklich ist, gleichermassen, wenn er es nicht ist. Wer von uns trägt seine Seele schon offen nach Aussen und macht sich so anderen gegenüber verletzlich? Wer hat den Mut, sich nicht täglich zu verstellen, um anderen zu gefallen?
Die Begegnung mit ihm zeigt mir deutlich, wie wichtig es ist, im Umgang mit anderen ich selbst zu sein. Entweder man mag mich so, wie ich bin oder die Person ist es nicht wert, dass ich mich mit ihr beschäftige. Das ist etwas, was ich (unter anderem) von ihm lernen konnte.
Natürlich gibt es Menschen, die mit Behinderungen nicht umgehen können. Sei es, dass sie das Wort “behindert” als Schimpfwort zweckentfremden oder sogar so weit gehen, dass sie Behinderten ein Leben verwehren möchten. Eigentlich können einem solche Menschen eher leid tun, denn ihre geistige Einschränkung ist bei Weitem grösser. Ihre Intoleranz verschliesst sie vor anderen Blickwinkeln. Wenn sie die Welt einmal aus der Sicht derer sehen könnten, die sie diskriminieren (es kann schliesslich jeden treffen) - vielleicht könnten sie dann eher verstehen, warum es nicht “die eine” Lebensweise gibt, die als lebenswert erachtet werden kann, sondern viele Wege einen Menschen - egal ob mit oder ohne Behinderung - glücklich machen.
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